Goberling wurde 1279 als Kapurnuk erstmals urkundlich erwähnt. Vielleicht war es ursprünglich eine slawische Siedlung. 1388 Kapurnuk, 1392 Kapornok, 1674 Ko(be)rking, Koberling
Der Ort gehörte zur Herrschaft Bernstein und kam mit dieser 1644 von den Königsberg an Adam I. Batthyány. Nach der Besitzteilung der Batthyány kam das Dorf an Paul I. Batthyany und wurde der Herrschaft Pinkafeld angeschlossen. Die weiteren Besitzer waren: 1698 bis 1728 Sigmund I. Batthyány, 1728 bis 1730 Isabella Batthyány, geborene Gallenberg, 1730 bis 1732 Adam III., Emmerich und Sigmund II. Batthyány, 1732 bis 1763 Adam III. Batthyány, 1763 bis 1774 Emmerich Batthyány, 1774 bis 1806 Josef Emanuel Batthyány und 1806 bis 1842 Nikolaus Batthyány.
Die herrschaftliche Eigenwirtschaft war ausgedehnt, sie umfasste 1730 175 Grazer Metzen Hoffelder und 43 Fuder Heu Hofwiesen. Im Dorf bestand ein Schäflerhof mit 500 Schafen und Pferden. Nach dem Pinkafelder Urbar von 1751 gab es in Goberling 30 Sessionalisten mit 29 Häusern (20 halbe und 10 Viertelhöfe) und 13 Söllnern. Die Konskription von 1828 verzeichnete 64 Familien mit 121 Personen (im Alter von 18 bis 60 Jahren). Es gab 54 Sessionalisten, 9 Söllner und 4 Inwohner. Fünf Handwerker wurden verzeichnet: zwei Müller und je ein Schmied, Wagner und Fleischhauer. Viele Goberlinger arbeiteten in den nahe gelegenen Bergwerken und in der Glashütte oder leisteten Fuhrwerksdienste.
Die Kirche von Goberling
Besonders bemerkenswert ist die kleine romanische Kirche, früher katholische Filialkirche St. Elisabeth, heute evangelische Filialkirche. Sie liegt hoch über der Ortschaft in einem Friedhof. 1957 wurde das Gebäude an die evangelische Kirchengemeinde verkauft. Sie ist eine der ältesten Kirchen des Burgenlandes. Die Kirche hatte ursprünglich nur einen Dachreiter, der Turm wurde 1959 dazugebaut und die Kirche renoviert. Zuvor benützten die Evangelischen ein ebenfalls noch erhaltenes Schul- und Bethaus.
Das Alter der Kirche ist umstritten. Das Elisabethpatrozinium spricht dafür, dass die Kirche nicht vor 1235 geweiht wurde - wenn es das ursprüngliche Patrozinium ist. Karl Lechner und Adalbert Klaar (Eine Kirche aus der Karolingerzeit an der niederösterreichisch - burgenländischen Grenze. Südostforschungen 32, 1963, S.97 ff.) vertreten die Auffassung, dass es sich um eine karolingerzeitliche Kirche handelt. Rittsteuer (Kirche im Grenzraum, S.56 und S. 303) sieht einen möglichen Zusammenhang mit der Salzburger Schenkung von 860 und der dort genannten "Kirche des Ellod".
1674 wurde die Kirche als Filialkirche von Mariasdorf genannt. 1697 war sie in einem "schlechten Zustand". Sie hatte einen kleinen hölzernen Turm und eine Glocke. 1719 wurde die Kirche renoviert. 1753 der Dachstuhl repariert und die Kirche als "Dotenhäusl" bezeichnet.
Der Ort im 19. Jahrhundert
1849: 514 Einwohner, 1852: 455 Evangelische, 49 Katholiken, 7 Juden; 1870: 630 - 1880: 686 - 1890: 692 - 1900: 721 - 1910: 668 Einwohner
1857 lebten im Dorf 10 Gewerbetreibende: 1 Müller, 2 Schmiede, 1 Schuster, 3 Tschischmenmacher, 1 Wagner, 1 Weber und 1 Wirt. Nach der Volkszählung 1900 (1910) lebten 49,79 % (36,36 %) von der Landwirtschaft, 17,61 % (32,93 %) vom Bergbau, 22,19 % (22,6 %) von Gewerbe und Industrie.
Vor der Grundablöse lebten in Goberling 52 Bauern und 13 Häusler unter der Grundherrschaft Jormannsdorf des Franz Batthyany, drei Bauern dienten dem katholischen Pfarrer von Schlaining. Die Grundherrn wurden vom Staat entschädigt. Die Entlastung der nichturbarialen Gründe wurde 1864 durchgeführt. Über 178 Joch Remanentialgründe mussten mit 29 Gulden 40 Pfennig pro Joch abgelöst werden, in 10 halbjährigen Raten mit 5 % Verzinsung. Von den 299 Joch Rottgründen übernahm der Graf ein Drittel, die übrigen zwei Drittel fielen an die Bauern, ohne Ablöse. Von der sehr großen Hutweide fielen 152 Joch an den Grundherrn, 575 Joch an die Bauern, Häusler, an den evangelischen Lehrer und den Gemeindenotär. Der Graf gab zusätzlich 12 Joch dem evangelischen Pfarrer 12 Joch und der Schuljugend 1 Joch, zur Anlage einer Baumschule. Die Kommassierung wurde so durchgeführt, dass der Besitz des früheren Grundherrn der Dorf- und der Bergmeierhof miteinander verbunden wurden.