Nach dem Tod Ulrichs von Weispriach 1512 betrachtete König Wladislaw II. Landsee als freigewordenen Besitz. Ulrichs Witwe Gertrud von Weispriach war aber keinesfalls bereit, zu verzichten. Die Fehde, die bereits 1508 begonnen, dauerte viele Jahre. 1511 ging der Ödenburger Stadthauptmann Georg Trenka (Gersickh, Jersickh Tärniko) gegen Gertrud vor, weswegen sich die Ödenburger beim König beschwerten. Der König gab nach und befahl Trenka, auf die Belagerung von Landsee zu verzichten. Die Ödenburger Bürger waren naturgemäß an einer Auseinandersetzung mit der Herrin von Landsee nicht interessiert, denn sie, ihre Bürger und die schutzlosen Kaufleute hatten vor allem darunter zu leiden. Sie kamen in Konflikt mit ihrem Stadthauptmann, den sie offenbar aussperrten. Der König mahnte sie zum Gehorsam. Offenbar hatte Wladislaw sich zu einem schärferen Vorgehen entschlossen und erwirkte einen Gerichtsbeschluss gegen Gertrud. Diese erklärte das Urteil für ungültig, da man gegen Witwen und Waisen bis zu deren Mündigkeit nicht Recht sprechen dürfe. Sie kündigte an, dass sie sich mit allen Mitteln wehren werde.
Ödenburg ersuchte auch in Österreich um Hilfe, ja sogar Kaiser Maximilian wurde um Beistand ersucht, zumal Gertrud auch im Besitz von Kobersdorf, das unter österreichischer Herrschaft stand, von Stickelberg und anderen Herrschaften in Österreich war - vergeblich, den Gertrud berief sich auf die Zugehörigkeit Landsees zu Ungarn. Wladislaw entschloss sich zur Eroberung der Burg. Die Ödenburger waren aber wenig begeistert und mussten wiederholt zur Truppenstellung aufgefordert werden. Das Aufgebot unter Graf Peter von Sankt Georgen-Bösing wurde aber nicht gegen Landsee, sondern gegen die Türken eingesetzt. Die Ödenburger mussten einen Waffenstillstand mit Gertrud aushandeln. Die Stadt hatte zu dieser Zeit schon so viel Schaden erlitten, dass sie vom König auf vier Jahre, ihre Stadtdörfer sogar auf zehn Jahre von allen außerordentlichen Steuern befreit wurden. Offenbar wurden die Dörfer - wie es in solchen Fehden üblich war - geplündert. (Házi I/6, Urkunden Nr. 254 und 259 bis 268).
Die Leute, deren sich Gertrud von Weispriach bediente, waren Söldner, Landstreicher und auch Räuber. Die Söldner hatten oft ein abenteuerliches Leben hinter sich und fanden sich dort ein, wo sie gebraucht wurden. Im Sommer 1922 etwa wurde ein Söldner, der sich Rauensburger nannte, in Wr. Neustadt unter Folter verhört. Sein Vater war Lienhart Peckh von Peissel aus der Gegend von Ried. Er ließ sich auf zwei Jahre von einem Hermon Ganuschko (Hermann Jenewitz) anwerben, der anscheinend Kastellan von Landsee war. Im Verhör gestand der Rauensburger seine Teilnahme an den Raubzügen und an der Straßenräuberei.
1524 legten die Ödenburger eine lange Liste von Verbrechen zwischen 1512 und 1524 vor, die man Gertraud zur Last legte, etwa im Juli 1512 die Plünderung von Agendorf - 200 Rinder wurden nach Landsee getrieben -,am 6. August wurde Agendorf angezündet, am 23. August Wandorf überfallen, das Vieh weggetrieben, am 8. September Wandorf angezündet, wobei drei Knaben ums Leben kamen, am 6. August wurde Harkau angezüzndet, 1516 wurde Harkau erneut überfallen, ebenso Agendorf. 1517 wurde Klingenbach verwüstet, ein Agendorfer Bauer wurde gefangen und für ihn Lösegeld erpresst, Kohlnhof wurde geplündert und angezündet ... Immer wieder wurden einzelne Kaufleute aus Ödenburg überfallen, etwa der Fischhändler Konrad, der Bürger Wulfing wurde in Klingenbach beraubt und lahmgeschossen, der Kaufmann Strabner wurde auf der Wiener Straße gefangen genommen und fast ein halbes Jahr festgehalten, ein königlicher Bote und dessen wegkundiger Begleiter wurden in der Nähe von Landsee erschlagen ... (Hazi II/13, 258 "11 Klageartikel gegen die von Weispriach")
 
Maximilian versuchte, durch Verhandlungen den Konflikt beizulegen. Gertrud von Weispriach redete sich immer wieder auf den Stadthauptmann Georg Trenka heraus. Als sie auch noch einen Prozess gegen diesen verlor ging sie erneut auf Ödenburg los. Diesmal hatte die Fehde eine neue Dimension, denn auf Gertruds Seite trat Franz Magusch (Magas) auf. Dieser war ein Ödenburger Bürger, der im Streit um eine Erbschaft in Konflikt mit dem Stadtrat gekommen war und nun seine Privatangelegenheit mit der Gertruds verband. Die Unsicherheit wurde immer unerträglicher. Der Landseer Burghauptmann Rueprecht Reiter unterstütze Magusch bei seinen Raubzügen. Er und die Leute Gertrauds nahmen auch aktiv teil. Die Räuber fanden in Kobersdorf Unterschlupf. Das Raubgut wurde meist in Österreich verkauft, Getraud erhielt einen Anteil. Die Ödenburger wandten sich vergeblich an König Ludwig II. und schließlich wieder an Kaiser Maximilian. Die Hofkammer lehnte ein Eingreifen ab, da Maximilian in Ungarn keine Machtbefugnis habe. Maximilian konnte dennoch vermitteln Verhandlungen in Eisenstadt und einen dreiwöchigen Waffenstillstand vermitteln. Gertrud wollte jedoch nur Zeit gewinnen und rüstete auf. Die Stadt, die die Plünderung ihrer Vorstädte befürchtete, wandte sich an den Bischöf von Györ um Hilfe und verlangte von der Geistlichkeit entsprechende Beiträge.
Die Verhandlungen wurden nicht ganz abgebrochen. Auf Wunsch Maximilians schaltete sich Johann Mrakse, früherer Inhaber von Landsee und nun Stadthauptmann von Güns ein und gebot beiden Seiten Zurückhaltung. Auch König Ludwig II. von Ungarn trat in Aktion, verzichtete aber auf ein Vorgehen gegen Landsee. Sowohl er wie auch die österreichische Seite warnten die Ödenburger und ermahnten sie zur Zurückhaltung. Der König setzte schließlich sogar den energischen Trenka als Stadthauptmann ab. Als Hauptmann von Rotenturm (Vörösvár) setzte er sein Vorgehen gegen die Weispriacherin fort, da er erkannt hatte, dass sie niemals Ruhe geben würde. Es gelang ihm 1519, sie gefangen zu nehmen. Die Überfaälle gingen aber auch während ihrer Gefangenschaft weiter. Nach dem Tod Trenkas kam sie nach drei Jahren wieder frei. Auch Franz Magusch wurde gefangen und legte ein ausführliches Geständnis über seine und seiner Spießgesellen Überfälle und Mordtaten ab. Der Prozess gegen ihn (in Niederösterreich wurde er Kronperger genannt) fand 1523 in Wien statt. Wahrscheinlich gerieten bald darauf auch die beiden Söhne der Gertrude, Georg und Hans, in Gefangenschaft. Unter Hans von Weispriach erfolgte dann der neuerliche Aufstieg des Hauses.
Das Räuberunwesen im Grenzbereich war, wie die Ödenburger Urkunden deutlich zeigen, mit der Landseer Fehde keineswegs beseitigt, erreichte aber nicht mehr diese Dimensionen. Vor allem die Kaufleute, aber auch die ungeschützten Dörfer blieben bedroht. 1531 etwa gestand Mangs Pöschel, dass er und seine Speißgesellen Veit und Rueprecht aus der Kalichgrueb nach dem Türkenzug von 1529 mehrere Überfälle und einen Mord an einer jungen Frau zwischen Lackenbach und Neckenmarkt (Hazi II/7 - 337).

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