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Alois Wessely

 

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Politiker
  


Wessely war Kleinbauernsohn und gelernter Maurer aus dem Südburgenland. In der Räterepublik trat er der Roten Armee bei, musste fliehen und kam 1920 in Wr. Neustadt in Kontakt zum Mattersburger Hans Suchard, der ihn in die sozialistische Partei holte. Während des Krieges schwer krank, war er 1945 einer der wenigen Politiker, die sich im Lande befanden. Er begann sofort mit dem Aufbau der SPÖ und der Gewerkschaft im Südburgenland, wurde Mitglied des provisorischen Landesausschusses, Landesrat, Landesparteiobmann und - nach dem Tod Ludwig Lesers 1946 - auch Landeshauptmannstellvertreter. Er setzte sich für die Wiedererrichtung der Bgld. Gebietkrankenkasse und die Errichtung der Bgld. Arbeiterkammer ein. Wessely hielt wenig von Ideologie, er war ein Pragmatiker, dessen Interessen vor allem auf den wirtschaftlichen Wiederaufbau gerichtet waren. Seine besondere Fürsorge galt der Nord-Süd-Verbindung, die man damals auch "Wessely-Straße" nannte. Für ihren Ausbau beschaffte er immer wieder zusätzliche Bundesmittel. Die jüngere Generation von Funktionären in der SPÖ war aber mit seinem zunehmend despotischen Regierungsstil nicht einverstanden. Nach seiner Entmachtung zog sich Wessely verbittert in das Privatleben zurück.