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Sandor Wolf

 

* 1871 in Eisenstadt
† 1946 in Haifa (Israel)

 

Reicher jüdischer Weinhändler und Kunstförderer aus Eisenstadt
  

Das Haus der Familie Wolf bildet den Kern des Burgenländischen Landesmuseums.

Sein Vater Ignatz Wolf war Mitinhaber der Weingroßhandlung Leopold Wolf s Söhne mit großen Weingütern und einem Weingroßhandel, der die gesamte Österr.-Ung. Monarchie umspannte. Sandor Wolf wuchs im Milieu der wohlhabenden Familie auf, besuchte die Handelsakademie in Wien und studierte auch einige Zeit in Wien, um schließlich gemeinsam mit seinem Bruder Leopold die Weinhandlung zu übernehmen. Er sammelte schon in seiner Jugend Münzen. Während eines geschäftlichen Aufenhaltes in Split erwachte sein Interesse an archäologischen Ausgrabungen. In Eisenstadt organsierte er gemeinsam mit dem Ödenburger Archäologen Ludwig Bella die Ausgrabung einer römischen Villa. Er baute ein privates Museum auf, in dem er Kunstwerke, vor allem aber jüdische Antiquitäten sammelte. Nach dem Ersten Weltkrieg kaufte er auch größere Sammlungen auf. 1930/31 begann er mit dem Aufbau eines Jüdischen Zentralarchivs. Er kaufte mehrere Nachbarhäuser, um seine Sammlung unterbringen zu können. Er verfasste einige wissenschaftliche Arbeiten. Im Eisenstädter Haus waren zahlreiche Künstler und Wissenschaftler zu Gast. Politisch schloss sich Wolf der Zionistischen Bewegung des Theodor Herzl an. 1938 verließ Wolf das Burgenland, seine Sammlungen wurden beschlagnahmt. Er lebte zunächst in Rijeka und Triest, wo er Filialen besaß, und übersiedelte schließlich 1939 nach Israel. Am Berg Karmel bei Haifa erwarb er einen Landsitz. Er starb 1946 während der Vorbereitung seiner Rückkehr nach Eisenstadt. Ein Teil seiner Sammlungen wurde vom Land Burgenland gekauft und zum Grundstein für das Burgenländische Landesmuseum.