person

Ernst Conrad Sedlmayr

 

* 19.5.1868 in Siegendorf
† 6.6.1939 in Wien

 

Rektor
  

Er entstammt einer Familie, die im Gefolge Conrad Patzenhofers nach Westungarn kam. Sein Vater Ernst Sedlmayr (geb. 11.1.1836 in Wien) war lange Zeit ein leitender Angestellter Patzenhofers. Er starb am 14.Oktober 1921 als Direktionsrat der Zuckerfabrik in Großzinkendorf. Sein Sohn Ernst besuchte das Gymnasium in Ödenburg und studierte in Wien Bodenkultur (Dipl. Ing. 1890). Er wurde im von Patzenhofer gepachteten Gut (Meierhof)  in Hornstein angestellt und übernahm dessen Leitung. Das Gut wurde zu einem Musterbetrieb des Rübenanbaues. In Hornstein wurden auch seine später berühmten Söhne Dr.Curt Sedlmayr und Dr. Hans Sedlmaier, der bekannte Kunsthistoriker, geboren.

Ende 1900 übersiedelte er als Gutsdirektor auf die Besitzungen des Grafen Majlath in Slawonien (Dolnji Miholjac). Ausgehend von einem Milchwirtschaftsbetrieb erweiterte er den Rüben- und Kartoffelanbau, ließ Entwässerungsanlagen und Feldbahnen bauen. Die Kartoffeln wurden in einer neuen Spiritusfabrik verwertet. Neben seiner Arbeit in der Praxis veröffentlichte er immer wieder wissenschaftliche Arbeiten. 1907 wurde er als Professor für Landwirtschaftliche Buchführung, Taxation und Handelskunde an die Hochschule für Bodenkultur in Wien berufen. 1914 wurde er Rektor der Hochschule. Daneben blieb er aber auch in der Praxis verankert und leitete die Domänen der Herzogin von San Marco in Nakó im Banat bis zum Jahre 1918. Außerdem war er Konsulent der Zuckerfabrik in Großzinkendorf.

Während des Ersten Weltkrieges war Sedlmayr im Rang eines Obersten von der Regierung mit verschiedenen Spezialaufgaben betraut. Er untersuchte die landwirtschaftlichen Verhältnisse in den unter Militärverwaltung stehenden Gebieten und veröffentlichte später dazu ausführliche Darstellungen (Die Landwirtschaft in Serbien, in Montenegro, in Russisch - Polen). Gegen Ende des Krieges war er im Bereich der Lebensmittelversorgung tätig.

1919 setzte er seine akademische Karriere fort und wurde 1928/29 erneut Rektor. Er erhielt von der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin ein Ehrendoktorat. 1936 trat er in den Ruhestand. 1939 starb er in Wien und wurde in Ödenburg begraben.

Besonders wichtig sind seine Bücher über "Die landwirtschaftliche Betriebsstatistik" (1925), "Fruchtfolge und die Aufstellung eines Fruchtfolgeplanes" (1927), "Zuckerrübenbau " (1928) und "Die bäuerliche Landgutswirtschaft" (1930).