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Fritz Göllner

 

* 1884 in Kronstadt
† 1964 in Deutschkreutz

 

Apotheker in Deutschkreutz und Kämpfer für den Anschluss des Burgenlandes an Österreich
  

Fritz Göllner war eine der Personen, die sich am komtomisslosesten für den Anschluss an Österreich eingesetzt haben und einer, der besonders viel für seine Überzeugung zu leiden hatte. In Deutschkreutz herrschte in den Anschlussjahren eine besonders starke proungarische Stimmung vor, die von der Dorfprominenz unter Führung des Pfarrers, des Gemeindearztes, des Notärs, der meisten Lehrer und einiger führender Familien bestimmt wurde. Der Großteil der Bevölkerung aber war schon 1918 stärker für den Anschluss an Deutschösterreich. Göllner, der als Wortführer dieser sich zum deutschen Volkstum bekennenden Gruppen galt, wurde zunächst beruflich diskriminiert. Der Gemeindearzt schickte seine Patienten in eine andere Apotheke, Göllner wurde bei den Behörden verleumdet. Im August 1921 wurde Göllner von ungarischen Gendarmen verhaftet, wegen "kommunistischer Umtriebe" misshandelt. Girmer Bauern erzwangen seine Freilassung. Aber schon eine Woche später wurde er erneut verhaftet und nach Steinamanger verschleppt. Er wurde wochenlang gefoltert und schließlich in Oberpullendorf den Freischärlerbanden übergeben. Er wurde des Todes für schuldig erklärt und aufgehängt. Dann schnitt man ihn wieder ab und wollte ihn zum Selbstmord zwingen. Auch in den folgenden Wochen wurde er mit großer Grausamkeit immer wieder schwer misshandelt. An den körperlichen Schäden hatte er sein Leben lang zu leiden. Auch seine Frau sollte verhaftet werden, konnte sich aber mit Hilfe der Bevölkerung verstecken und schließlich nach Österreich fliehen. Das Haus der Göllners wurde komplett geplündert. Nach seiner Entlassung Fritz Göllner ebenfalls über die Grenze fliehen, musste aber noch lange bangen, denn Deutschkreutz wollten die Ungarn - vor allem wegen der dortigen Esterhazygüter - unbedingt behalten. Erst nach der endgültigen Entscheidung durch die internationale Grenzfestlegungskommission  konnte Göllner zurückkehren. Er wurde Ehrenbürger von Deutschkreutz. Sein Grabstein trägt die Inschrift: "Ein Kämpfer für die Heimkehr und die Freiheit des Burgenlandes".

Lit.: Putz, A.: Ein Burgenländer aus Siebenbürgen. In: Kultur und Bildung, 2001/1, S. 31