person

Johann Sabel

 

* 4.8.1875 in Eitorf (Nordrhein-Westfalen) Deutschland
† 24.1.1932 in Schützen am Gebirge

 

Pfarrer in Schützen
  

Er entstammte einer wohlhabenden katholischen Kaufmannsfamilie. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Siegburg und in Antwerpen (Matura 1894) studierte er Theologie in Salzburg und Freilassing, wo er in den Orden der Herz-Jesu Missionare eingetreten war (Priesterweihe 1902). In Münster wurde er 1902 Dozent im Collegium SS. Cordis, musste aber bereits 1905 aus gesundheitlichen Gründen die Unterrichtstätigkeit aufgeben und wurde Sekretär des Grafen Hatzfeld. 1907 kam er als Kaplan nach St. Johann (Mosonszentjános) in Westungarn. 1708 wurde er  Stadtkaplan und Religionslehrer des Ursulinengymnasiums in Ödenburg. 1915 wurde er  Pfarrer in Neufeld an der Leitha.

Schon als Kaplan hatte er sich der „Katholischen Volkspartei" angeschlossen und  kam mit den Ideen des Kreises um Alexander Gießwein und Johannes Huber in Berührung.  Am Aufbau einer Christlichsozialen Partei war er bereits beteiligt. 1919 gehörte er bereits zu den prominenten Exponenten dieser Partei und zog 1920 auf der Liste der „Deutschchristlichen Wirtschaftspartei" als Abgeordneter des Bezirkes Eisenstadt in die ungarische Nationalversammlung in Budapest ein. Hier bemühte er sich um eine Kompromisslösung in der Burgenlandfrage mit weitgehender Autonomie für die Deutschen Westungarns bzw. Gesamtungarns. Eine Abtrennung von Ungarn hielt er jedoch für nicht akzeptabel. Diese  Haltung stempelte ihn zum "Magyaronen". Er wurde deshalb auch heftig von den Deutschnationalen und den Sozialdemokraten angegriffen.  Die burgenländische Parteiführung der Christlichsozialen Partei wagte es nicht, Sabel  gleich nach dem Anschluss 1922 für den burgenländischen Landtag zu nominieren. Allerdings zog er schon im nächsten Jahr als Abgeordneter des Oberpullendorfer Bezirkes - er war 1922 Pfarrer in Mannersdorf a. d. Rabnitz geworden - in dieses Gremium ein. 1925 wurde er sogar  Zweiter Präsident des Landtages. 1927 gelang es ihm nicht mehr, an wählbare Stelle gereiht zu werden, und auch das Versprechen der Parteiführung, ihm 1928 ein Bundesratsmandat zu geben, wurde nicht erfüllt. 1929 wurde er Pfarrer in Schützen am Gebirge und starb drei Jahre später an einem Schlaganfall.

Lit.: Gerald Schlag (Hrsg.):Burgenland. Geschichte, Kultur, Wirtschaft in Biographien. S.268