balthasarIIIbatth2

* 1543
† 1590

 

Erfolgreicher Heerführer
  

Balthasar III. Batthyany war der Großneffe Franz I. Batthyanys, des Begründers der dominanten Stellung der Familie im südburgenländischen Raum. 1570 erbte er die gesamten Besitzungen der Familie.  Er war mit Dorothea, der Tochter des Türkenhelden Nikolaus Zrinyi, verheiratet.  Balthasar III. kann als der bedeutendste Vertreter seiner Familie gelten. Er war ein erfolgreicher Heerführer und wurde zum Bannerherrn ernannt.  Um 1560 verbrachte er als 20-Jähriger zwei Jahre  als Hofjunker am französischen Hof Franz II. und dessen Gemahlin Maria Stuart. Dort erlebte er die blutigen Hugenottenverfolgungen - ein Eindruck, der ihn bewog, in Glaubenssachen sehr tolerant zu sein.  Er war ein eifriger Förderer der Reformation und des Protestantismus. Im protestantischen Geist erzogen,  trat er 1570 zum Protestantismus über. 1576 berief er Stephan Beythe als Hofprediger nach Güssing.  Unter ihm wurde Güssing zu einem Zentrum des Calvinismus. Balthasar III.   war ein gelehrter Mann. Er unternahm Studien an verschiedenen europäischen Universitäten (Wien Agram, Frankreich), unter anderem auch in Padua, wo er zum Bücherfreund und Musikliebhaber wurde. Seine im damaligen Westungarn einzigartige Bibliothek umfasste mehrere tausend Bände. In Güssing unterhielt Balthasar außerdem ein Laboratorium für chemische Versuche. Er stand in persönlichem Kontakt zu zahlreichen Humanisten.  In Güssing wurde eine Schule zur Erziehung hauptsächlich junger Adeliger unter der Führung Beythes und seiner beiden Söhne errichtet. Am Güssinger Hof war der Buchdrucker Hans Manlius tätig.  Auch die Botanik fand sein Interesse. In der Zeit zwischen 1573 bis 1588 hielt sich der Hofbotaniker Kaiser Maximilians II., Carolus Clusius, mehrmals am Güssinger und am Schlaininger Hof auf. Von dort aus unternahm er ausgedehnte Reisen zur Erforschung der Pflanzenwelt Westungarns.

Kaiser Rudolf II. ernannte ihn zum Obertruchsess. Balthasar Bathhyány war auch als Feldherr bedeutend. Zusammen mit Franz Nadásdy sollte  er die Festung Kanizsa ausbauen. 1578 und 1587 verteidigte er Kanizsa gegen die Türken.  Die Türken, die ihn angriffen, besiegte er. Gemeinsam mit den Soldaten Franz Nadasdys und Peter Huszárs eroberte er 1587 die osmanische Festung Kopan.