karte wulkabecken

In der Hallstattzeit war das Wulkabecken bereits dicht besiedelt. Es damals schon nahezu so viele Orte wie heute. Eine Häufung von Siedlungen gab es offenbar im Bereich Eisenstadt-St. Georgen und im Raume Pöttelsdorf-Zemendorf, dort vermutlich wegen der hervorragenden Böden (Schwarzerde auf Löss). Von den beiden Höhenburgen Eisenstadt und Ödenburg wurde offenbar die Herrschaft über ein größeres Gebiet ausgeübt (200 bis 300 km²). Man kann den Herrschaftsbereich der beiden Burgen mit Hilfe der Grabfunde abgrenzen: Im Bereich von Ödenburg wurden die Toten unter Grabhügeln, im Bereich von Eisenstadt in Flachgräbern beigesetzt.

K.Kaus deutete die beiden Burgställe von Eisenstadt und Ödenburg als zwei das Wulkabecken und die Ödenburger Pforte dominierende Herrschaftszentren. Anhand der Begräbnissitten sind die beiden Bereiche (vielleicht Stammesgebiete) abgrenzbar. Grabhügel kommen nur im Bereich von Ödenburg vor, im Eisenstädter Bereich gibt es nur Flachgräber. In der "Siedlungskammer" zwischen Ödenburger Pforte, Wiener Neustädter Pforte und Neusiedlersee sind aus der Hallstattzeit 23 Siedlungen, 15 Friedhöfe und 6 Einzelfunde bekannt.

Siedlungen wurden gefunden in: Hornstein, Zillingtal, Pöttsching-Hofäcker, Müllendorf, Großhöflein, Eisenstadt, St. Georgen-Scheibenberg. St. Georgen-Ortsried, St. Georgen Markäcker, St.Margarethen-Milchgrub, St. Margarethen-Puckadorf-Acker, Oggau, Rust-Mitterörtl, Rust-Mitterkräften und Gemarkacker, Pöttsching-Hausberg, Sauerbrunn, Pöttsching-Wurtberg, Oslip, Pöttelsdorf-Satzäcker,Pöttelsdorf-Mittersatz und Krautacker, Zemendorf, Zagersdorf, Ödenburg-Krautacker.

 

Gräberfunde: Eisenstadt-Burgstall, Eisenstadt-Gölbeszeile, St.Margarethen-Sauzwickel, Siegendorf, Trausdorf, Zagersdorf, Zillingtal, Pöttelsdorf-Ortsried, Pöttelsdorf-Viehdrift, Krensdorf, Stöttera., Marz, SchattendorfHadspitzwald, Ödenburg-Krautacker und Kroisbach.

Die Menschen der Hallstattzeit lebten im Wulkabecken und in der Ödenburger Pforte von der Landwirtschaft. Eisengewinnung wurde damals noch nicht betrieben. Aufschluss über das Leben auf den "Fürstenhöfen" geben die berühmten Ödenburger Kgelhalsgefäße. Eines der Gefäße zeigt eine Paforcejagd. Der mit einer Lanze bewaffnete, berittene Jäger verfolgt mit Hunden Ur, Hirsch und Reh. Die Pferdezucht dürfte eine wichtige Rolle gespielt haben.

Ähnliche Fürstensitze mit dazugehörenden "Stammesgebieten", also Herrschaftsgbereichen gab es auch auf dem Burgstall von Purbach, auf der Malleiten bei Bad Fischau und auf dem Kalenderberg bei Mödling.


Literatur: Karl Kaus, Herrschaftsbereiche der Kalenderbergkultur. Die Hallstattkultur. Bericht über das Symposion in Steyr 1980, Linz 1981, S. 149-158 und in: Karl Kaus. Burgenländische Archäologie und Landeskunde. Opera Selecta. Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland. Eisenstadt 2006, S. 52 - 89

E. Patek, Neue Untersuchungen auf dem Burgstall bei Sopron. BRGK 63, Mainz 1982, S. 107 ff.

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