neandertalerAuf burgenländischem Gebiet gab es bis jetzt keine Funde von Überresten des altsteinzeitlichen Menschen. Auch im übrigen Österreich sind Skelettfunde aus so früher Zeit sehr selten. Im Verlaufe der Eiszeiten wurde die Erdoberfläche durch Verwitterung und die exogenen Kräfte immer wieder verändert. Dabei wurden auch Überreste des frühen Menschen zerstört. In Ungarn aber, in Vertesszöllös bei Tata, wurde eines der drei Frühmenschenskelette (homo erectus) Europas entdeckt.

Der "Neandertaler", der Nachfolger des Frühmenschen, bewohnte vor rund 200.000 Jahren schon den größten Teil Europas. Dabei musste er sich immer wieder den unterschiedlichsten Klimabedingungen anpassen. In den Kaltzeiten jagte er in den baumlosen, aber eisfreien und sehr wildreichen Kältesteppen Ostösterreichs und Ungarns, in den Wärmezeiten drang er auch ins Gebirge vor.

Während der letzten Eiszeit, vor etwa 40 000 bis 35 000 Jahren, löste der Jetztmensch den Neandertaler ab. Seine Steingeräte waren vielfältiger, und die ersten Tier- und Menschendarstellungen stammen aus dieser Zeit, darunter auch die Venus von Willendorf (rund 25 000 Jahre alt). Im Sommer 1988 wurde in Stratzberg in Niederösterreich eine noch ältere Statuette entdeckt. Man kann mit Sicherheit annehmen, dass die Menschen, die diese Schöpfungen hinterließen, auch das Gebiet des heutigen Burgenlandes bewohnten oder auf ihren Jagdzügen durchstreiften.

 

Die Bevölkerungsdichte und die Größe einer Menschengruppe hingen in erster Linie von den Möglichkeiten der Nahrungsbeschaffung ab. War die Gruppe oder Horde zu klein, konnte sie nicht ausreichend Schutz gewähren, größere Tiere konnten nicht mehr gejagt werden; war sie zu groß, stand nicht mehr ausreichend Nahrung zur Verfügung. Zu geringe Jagdbeute, ein zu strenger Winter oder Krankheiten konnten das Überleben einer ganzen Gruppe gefährden.

Über das Leben der Menschen in der jüngeren Altsteinzeit ist aus österreichischen Grabungen relativ viel bekannt. In Ungarn, in Südmähren und in der Slowakei wurden bereits mehrere Siedlungsplätze gründlich erforscht. Sie lagen meist an Bächen, bestanden aus einigen zeltartigen Hütten mit einem Gerüst aus Holzpfosten, das mit Tierfellen überzogen war. Am Boden waren die Felle mit Steinen oder größeren Tierknochen beschwert. In den Hütten gab es Feuerstellen. Die Kleidung bestand vermutlich noch immer überwiegend aus Tierfellen. Als Schmuck wurden gerne Ketten mit Tierzähnen oder Krallen getragen.

Vor etwa 10.000 Jahren endete die letzte Eiszeit. Mit der Klimaverbesserung änderte sich auch die Pflanzen- und Tierwelt grundlegend. Kiefern- und Birkenwälder bedeckten nun die frühere Kältesteppe. Ab 7500 v. Chr. herrschten Eichenmischwälder vor, in höheren Lagen Fichten- und Tannenwälder. Die eiszeitlichen Großsäugetiere starben aus. Damit änderten sich auch die Jagd- und Lebensgewohnheiten der Menschen. Hirsche, Rehe, Wildschweine und Vögel waren nun die wichtigsten Jagdtiere. Auch der Fischfang spielte eine wichtige Rolle. Pfeil und Bogen waren mit Sicherheit bereits in Verwendung.


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