zwischen ungarn und sterreich

Zwischen Ungarn und Österreich; Westungarn-Burgenland im 15. und 16. Jahrhundert

 

1241 kam es für Ungarn zu einer furchtbaren Katastrophe: Das ungarische Heer erlitt bei Mohi eine schwere Niederlage gegen die Mongolen. Kömig Bela IV. (1235-1240) konnte nur mit Mühe fliehen. Er ging zunächst nach Österreich, nach Hainburg und Wr.Neustadt, wo er Herzog Friedrich II., den er die westungarischen Komitate verpfändet hatte, um Hilfe bat. Dann wandte er sich über Ödenburg und Güns nach Agram. Dort forderte er den Westen und den Papst zur Hilfeleistung für das bedrängte Ungarn auf.

Inzwischen hatten die Mongolen auch Westungarn erreicht. Sie plünderten und verwüsteten das offene Land. Nur wenige Burgen konnten sich halten (Wieselburg, Ödenburg, Eisenburg, Güns, Lockenhaus...), vor allem jene, die schon in moderner Steinbauweise errichtet waren. Sogar Wiener Neustadt wurde belagert und mongolische Scharen gelangten bis in das niederösterreichische Alpenvorland. Erst der Tod des Großchans und die der Abzug der Mongolen aus dem Karpatenbecken beseitigte diese Gefahr.

Friedrich II. der Streitbare aber gab trotz der nicht erbrachten Hilfeleistung die westungarischen Komitate nicht heraus. Man darf dabei nicht vergessen, daß die Grenzherrschaften auch zuvor schon heftig umstritten waren. Westungarische Herrn hatten immer wieder Anlehnung an die Babenberger gesucht. Bela IV. aber war nach seiner Rückkehr keineswegs bereit, auf die drei Komitate zu verzichten. Er eroberte zunächst Ödenburg zurück. Am 15. Jini 1246 kam es schließschlich zur entscheidenden Auseinandersetzung an der Leitha, die Friedrich II. das Leben kostete.

 
Die Jahre von 1246 bis 1260, bis zur Schlacht von Kroissenbrunn, in der sie Ungarn eine schwere Niederlage erlitten und endgültig auf ihre Ansprüche am Babenberger Erbe verzichten mußten, waren auch für Westungarn eine äußerst unruhige Zeit. Im Frieden von Ofen 1254 war ja die Steiermark zunächst an Ungarn gefallen. Erst in Ofen verzichtete Bela von Ungarn. Ab 1260 verbesserten sich die Beziehungen zwischen Ungarn und Böhmen/Österreich entscheidend. Herzog Belá, der jüngere Sohn des Königs von Ungarn, wurde mit einer Nichte Ottokars verlobt. Ottokar selbst hielt um die Tochter Belas IV., Margarethe, an, nachdem er seine Babenbergergemahlin, die ebenfalls Margarethe hieß, verstoßen hatte. Die Ungarin aber weigerte sich, sie blieb lieber im Kloster. So heiratete Ottokar Kunigunde, eine Enkelin Belas IV. 1264 wurde auf dem "weiten Feld" bei Kittsee Hochzeit zwischen dem Kronprinzen Bela und der Nichte des Böhmenherzogs gefeiert.

Als Bela IV. starb und sein Sohn Stefan V. (1271-1272) folgte, lebten die heftigen Kämpfe an der Grenze aber wieder auf. Denn dieser Thronfolge waren schwere innere Auseinandersetzungen mit dem Vater vorausgegangen, in denen die westungarischen Herrn in der Partei Belas IV. kräftig mitgemischt hatten. Der alte König hatte vorausgeahnt, daß sein Sohn versuchen würde, Rache zu nehmen. Er hatte daher Ottokar verpflichtet, notfalls seine Anhänger unter seinen Schutz zu nehmen. Nunmehr griffen die Westungarn nach dieser Möglichkeit, allen voran die Güssinger - allerdings anders als geplant. Sie unterstellten nämlich ihre Herrschaften dem Böhmenkönig.


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